Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden die Prüfungsanforderungen für den Amtlichen Sportbootführerschein Binnen seit 1. April 2007 erheblich verschärft. Mangelnde Offenheit der beteiligten Organisationen hat dies begünstigt.
Der Fragenkatalog zum Binnenschein wurde in aller Stille um 105 Fragen auf nunmehr 400 Fragen ausgedehnt. Damit ist der Fragenkatalog nun umfangreicher als der für den Amtlichen Sportbootführerschein See, bei dem immerhin noch Navigationsaufgaben zu bewältigen sind. Ausbilder schätzen, dass sich die Ausbildungsdauer durch den erweiterten Prüfungsumfang um rund 8 Stunden verlängert. Höhere Kosten sind mithin zu erwarten.
Verantwortlich für den neuerlichen Regulierungsschub sind neben dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die beiden mit der Vergabe der Führerscheine beliehenen Sportverbände, die das BMVBS in Führerscheinfragen beraten. Weiteren Beratungsbedarf hatte das BMVBS offensichtlich nicht. Jürgen Tracht vom Bundesverband Wassersportwirtschaft: „Wir haben keine Informationen erhalten, wurden nicht in die Beratungen mit einbezogen.“
Kein Einzelfall nach den Erfahrungen des Verbandes. Führerscheinfragen werden im kleinen Kreis erörtert. „Das ist nicht in Ordnung. Gerade Führerscheine haben unmittelbaren Einfluss auf unseren Wirtschaftsbereich. Als Wirtschaftsverband erwarten wir, an der Entscheidungsfindung beteiligt zu werden,“ sagte Michael Hammermeister, Vizepräsident des Verbandes der WassersportWirtschaft.
Tatsächlich sind Verschärfungen bei Fahrbeweisen für die Verantwortlichen kein großes Problem. Öffentlicher Protest ist kaum zu erwarten. Diejenigen, die sie bereits haben fühlen sich nicht betroffen und diejenigen, die sie noch erwerben wollen haben keine Lobby.